Dispokredit
Dispokredit: teuer, aber schnell verfügbar
Der Dispo ist bequem, aber die teuerste Form der Kreditaufnahme. Rechnen Sie vorher aus, was ihn noch rechtfertigt.
- Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, ohne Registrierung.
- Sollzins und Nutzungsdauer sind eingerechnet.
- Lohnt sich die Ablösung durch einen Ratenkredit mehr, steht genau das als Ergebnis da.
Das Wichtigste in Kurzform
Der Dispokredit ist die bequemste und zugleich meist teuerste Form, sich Geld zu leihen. Er lohnt sich nur für kurze Engpässe von wenigen Tagen oder Wochen, weil Zinsen ausschließlich auf den tatsächlich genutzten Betrag anfallen. Wer den Rahmen über Monate ausschöpft, zahlt im Rechenbeispiel dieser Seite 238,00 € Zinsen für 2.000 € in zwölf Monaten, ein Ratenkredit zu 6,9 % käme auf 138,00 €. Bei dauerhafter Nutzung ist die Ablösung durch einen Ratenkredit deshalb in der Regel der günstigere Weg. Der Rechner oben zeigt Ihnen mit vier Angaben, wo Sie stehen.
Was ein Dispokredit ist
Der Dispokredit ist ein Überziehungsrahmen auf Ihrem Girokonto, den die Bank einräumt, ohne dass Sie ihn beantragen. Er steht unbefristet zur Verfügung, ist an keinen Zweck gebunden und wird genutzt, sobald der Kontostand unter null fällt. Die Bank legt die Höhe einseitig fest, meist orientiert am regelmäßigen Geldeingang, und kann den Rahmen jederzeit kürzen oder kündigen.
Für die Entscheidung zählt vor allem der Preis: Zinsen fallen nur auf den genutzten Betrag und nur für die Tage der Nutzung an, dafür zu einem Sollzins, der deutlich über dem eines Ratenkredits liegt. Wie der Dispo im Detail funktioniert, steht auf der SeiteWas ist ein Dispokredit?
- Typischer Rahmen
- bis 3 Nettogehälter
- Laufzeit
- unbefristet
- Zweckbindung
- keine
- Kündigungsfrist
- jederzeit
Dispokredit, Rahmenkredit oder Ratenkredit
Welcher der drei Wege passt, hängt davon ab, wie lange Sie das Geld brauchen und ob Sie eine feste Rate wollen. Die Übersicht ordnet die Vertragstypen nach Funktionsweise, Bindung und Preisniveau, damit Sie sehen, an welcher Stelle Ihr eigener Fall liegt.
| Weg | So funktioniert er | Bindung | Worauf es hinausläuft |
|---|---|---|---|
| Dispokredit | Automatisch eingeräumter Rahmen auf dem Girokonto, jederzeit nutzbar. | Keine feste Laufzeit, jederzeit kündbar. | Sehr bequem, aber meist der teuerste Zins. |
| Rahmenkredit | Separater Kreditrahmen bei einer Bank, flexibel abrufbar. | Unbefristet, Raten nur auf genutzten Betrag. | Günstiger als der Dispo, aber ebenfalls teurer als ein Ratenkredit. |
| Ratenkredit zur Ablösung | Feste Summe mit fester Rate, löst einen dauerhaft genutzten Dispo ab. | Feste Laufzeit, planbare Rate. | Meist deutlich günstiger bei dauerhafter Nutzung. |
Die Einordnung beschreibt die Vertragstypen, keine konkreten Angebote. Stand der Auswertung: 18.10.2026.
Voraussetzungen
Einen Dispo bekommt, wem die Bank zutraut, das Konto regelmäßig wieder auszugleichen. Es gibt keinen Anspruch darauf, die Bank entscheidet nach ihren eigenen Kriterien. In der Praxis prüft sie dabei vor allem die folgenden Punkte.
- Volljährigkeit und ein Girokonto bei der kontoführenden Bank
- Regelmäßiger Gehalts- oder Renteneingang auf dem Konto
- Keine laufende Privatinsolvenz und kein Negativmerkmal in der Schufa
- Der Rahmen wird von der Bank einseitig festgelegt und kann geändert werden
Ablauf in vier Schritten
Rahmen prüfen
Sehen Sie im Online-Banking oder Kontoauszug nach, welchen Betrag die Bank Ihnen eingeräumt hat und welcher Sollzins dafür gilt. Beides muss die Bank nach § 505 BGB ausweisen.
Nutzung einschätzen
Gehen Sie die Kontoauszüge der letzten sechs Monate durch und notieren Sie, wie oft und wie tief das Konto im Minus war. Entscheidend ist der Betrag, der im Schnitt dauerhaft offen bleibt.
Zinskosten berechnen
Geben Sie Rahmen, genutzten Betrag, Dauer und Sollzins in denRechner oben ein. Das Ergebnis zeigt, was Sie der Dispo im Jahr tatsächlich kostet.
Bei Dauerbelastung ablösen
Bleibt das Konto seit mehreren Monaten im Minus, holen Sie ein Angebot für einen Ratenkredit in Höhe des offenen Betrags ein und gleichen damit das Konto aus. Eine Schufa-neutrale Konditionenanfrage kostet Sie dabei nichts.
Welche Kosten entstehen
Beim Dispo zahlen Sie ausschließlich Sollzinsen auf den genutzten Betrag, es gibt weder Bearbeitungsgebühr noch Kontoführungsaufschlag für die Überziehung. Teuer wird er allein durch die Höhe des Zinssatzes, für den anders als bei der Vorfälligkeitsentschädigung keine gesetzliche Obergrenze gilt. Das folgende Rechenbeispiel stellt den Dispo einem Ratenkredit mit gleichem Betrag und gleicher Dauer gegenüber.
| Dispo-Rahmen | 3.000,00 € |
|---|---|
| Genutzter Betrag | 2.000,00 € |
| Nutzungsdauer | 12 Monate |
| Sollzins | 11,90 % p. a. |
| Zinskosten | 238,00 € |
| Vergleich: Ratenkredit (6,9 %) | 138,00 € |
Alle Werte sind frei gewählt und zeigen den Rechenweg, keine realen Angebote. Dispozinsen gehören zu den höchsten Zinssätzen am Kreditmarkt. Grundlage: Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik für Konsumentenkredite.
Häufige Fehler
Den Dispo dauerhaft nutzen
Er ist für kurze Engpässe gedacht. Wer ihn über Monate ausschöpft, zahlt deutlich mehr als bei einem Ratenkredit.
Den Rahmen als verfügbares Geld sehen
Der Dispo ist kein Puffer, sondern ein teurer Kredit. Die Bank kann den Rahmen zudem jederzeit kürzen.
Geduldete Überziehung übersehen
Eine Überziehung über den eingeräumten Rahmen hinaus wird oft mit einem deutlich höheren Zinssatz belegt.
Nicht rechtzeitig ablösen
Wer den Dispo dauerhaft nutzt, sollte prüfen, ob ein Ratenkredit zur Ablösung günstiger ist.
Keine Beratung im Einzelfall
Die Angaben auf dieser Seite sind allgemeine, sorgfältig recherchierte Informationen und keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall. kredura vermittelt keine Kredite und ersetzt kein Gespräch mit Ihrer Bank oder einer Schuldnerberatung. Bei Zahlungsschwierigkeiten hilft eine anerkannte, unabhängige Schuldnerberatungsstelle weiter.
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Häufige Fragen
Was Dispo-Nutzer am häufigsten fragen
Wie hoch darf mein Dispo-Rahmen sein?
Die Bank legt ihn einseitig fest, meist orientiert an zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine bestimmte Höhe gibt es nicht.
Kann die Bank den Dispo kürzen oder kündigen?
Ja, grundsätzlich jederzeit und ohne Angabe von Gründen, da es sich um eine freiwillige Kreditlinie handelt. In der Praxis geschieht das meist bei verschlechterter Bonität.
Ist eine Überziehung über den Dispo hinaus teurer?
Ja, eine geduldete Überziehung wird häufig mit einem höheren Zinssatz belegt als der eingeräumte Rahmen selbst.
Ab wann lohnt sich die Ablösung durch einen Ratenkredit?
Sobald der Dispo über mehrere Monate dauerhaft genutzt wird. Der Kreditrechner zeigt die mögliche Zinsersparnis.
Verdient kredura an meinem Abschluss?
Ja, über eine Provision des Partners. Am Zins ändert das nichts. Die Einzelheiten stehen auf der Seite Wie wir Geld verdienen.
Quellen
- Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik für Konsumentenkredite an private Haushalte, Kategorie Dispositionskredit.
- § 504 BGB, Überziehungsmöglichkeiten und geduldete Überziehung.
- § 505 BGB, Informationspflichten bei Überziehungsmöglichkeiten.
- Verbraucherzentrale Bundesverband, Hinweise zur Dispokredit-Ablösung.
Alle Quellen abgerufen am 18.10.2026. Zinsangaben geben den Stand der Auswertung wieder und ändern sich täglich.
Erst rechnen, dann über die Ablösung entscheiden.
Rahmen, genutzter Betrag, Dauer und Zins genügen, um die Zinskosten zu kennen.
